Deutschland, Reise

Deutsche Alpenstraße – Tag 3

11. Juli 2017
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Gestern wollten wir uns erholen und die Deutsche Alpenstraße links liegen lassen. Also nach dem Frühstück in die Wandersachen geschlüpft und sind vom Hotel zum Berggasthof Hohe Asten losgelaufen. Nach zwei Kilometern war der Weg wegen Holzfällarbeiten gesperrt, aber es war eine Umleitung ausgeschildert. Diese führte über eine Privatstraße.

Also vorschriftsmäßig auf der linken Fahrbahnseite gelaufen, damit wir die entgegenkommenden Autos rechtzeitig sehen. In der ersten Linkskurve kommen uns drei verrückte Motoradfahrer entgegen. Sie fahren soweit am Straßenrand, dass sie gerade so ausweichen können, fahren aber an Jeannette so dicht vorbei, dass sie einen Schritt an die Seite gehen muss und dabei prompt stürzt und sich das Knie aufschlägt. Also das Knie desinfiziert, mit Kompresse und Verband abgedeckt. Damit war die Wanderung natürlich gelaufen. Also langsam die zwei Kilometer zurück zum Hotel. Die Motoradfahrer haben natürlich nicht angehalten, warum sollten sie auch? Rücksichtsloses Pack.

Den restlichen Tag haben wir dann auf der Liegewiese und im Wellnessbereich verbracht.

Direkt nach dem Frühstück fahren wir über Oberaudorf, wo wir gestern noch Verbandszeug für Jeannettes Knie gekauft haben, in die Ebene des Inntals. Mit den Bergen und Panoramablicken ist es jetzt erst einmal vorbei.

Unser erster Halt ist Neubeuern. Dieser Ort wurde 1981 zum schönsten Dorf Deutschlands gewählt (Wer auch immer diese Wahl durchgeführt hat). Der Marktplatz mit den historischen Fassaden bildet den Kern des Ortes und ist sehr schön anzuschauen.

Blick auf den Marktplatz von Neubeuren

Blick auf den Marktplatz von Neubeuren

Haus am Marktplatz von Neubeuren

Haus am Marktplatz von Neubeuren

Anschließend fahren wir durch Nußdorf am Inn. Im Wegweiser Deutsche Alpenstraße wird Nußdorf a. Inn als schönstes Dorf Europas bezeichnet. Bei der Durchfahrt können wir dies nicht nachvollziehen und fahren direkt weiter.

Der nächste Stop ist die Ortschaft Ramsau. Hier besichtigen wir die 1512 erbaute Kirche St. Sebastian.

Die Pfarrkirche St. Sebastian in Ramsau

Die Pfarrkirche St. Sebastian in Ramsau

Die Pfarrkirche St. Sebastian in Ramsau

Die Pfarrkirche St. Sebastian in Ramsau

Auf unserer ToDo-Liste steht noch die Dokumentation Obersalzberg. Also halten wir uns in Ramsau nicht allzulange auf und fahren direkt zum Obersalzberg. Wir finden unter Schwierigkeiten einen Parkplatz. Die Dokumentation ist sehr gut besucht.

Eingang zur Dokumentation Obersalzberg

Eingang zur Dokumentation Obersalzberg

Für die Besichtigung nehmen wir uns einen Audioguide. Mir diesen Geräten haben wir nur die allerbesten Erfahrungen gemacht. Auch diesmal werden wir nicht enttäuscht, der Guide führt uns gut durch die Dokumentation.

Die gesamte Ausstellung ist dreigeteilt: Ein Bereich beschreibt die Historie des Obersalzbergs und den Ausbau zur sogenannten „Alpenfestung“, der zweite Teil beschäftigt sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der dritte Teil ist der Bunker.

Der erste Teil ist vor allem deshalb interessant, weil unser Schulwissen den Obersalzberg eigentlich als Sommerhaus verortet und Erholungsort im Krieg vor dem umkämpften Berlin. Dass für den Ausbau allerdings fast der gesamte Berg gerodet wurde und die einheimische Bevölkerung teilweise enteignet wurde, war uns bis dahin unbekannt. Auf jeden Fall hochinteressant.

Den Teil, der sich mit der Geschichte des Dritten Reiches beschäftigt streifen wir aus Zeitgründen nur kurz, vor allem weil er Menschen, die in den achtziger Jahren zur Schule gegangen sind und den entsprechenden Geschichtsunterricht hatten auch auf den zweiten Blick nichts Neues bietet.

Als letzten Punkt besuchen wir den Bunker, der sich unter dem Obersalzberg erstreckt. Es ist nur ein Teil zur Besichtigung freigegeben, dieser lässt aber erahnen, welches Ausmaß die Anlage hat.

Bunkerwand im Obersalzberg

Bunkerwand im Obersalzberg

Blick in den Bucker im Obersalzberg

Blick in den Bucker im Obersalzberg

Nach der Besichtigung ist unsere Fahrt auf der Deutschen Alpenstraße zu Ende. Allerdings sind wir noch nicht am Zielort unserer heutigen Etappe. Diese endet in Österreich im Ort Kaprun. Auf dem Weg nach Kaprun in das Hotel Sonnenblick fahren wir noch die Rossfeld Panoramastraße.

Höchster Punkt auf der Roßfeldstraße

Höchster Punkt auf der Roßfeldstraße

Die Rossfeldpanoramastraße als höchstgelegene Panoramastraße Deutschlands ist 15,4 Kilometer lang. Sie führt von 750 Meter (Obersalzberg) bis auf 1.570 Meter Höhe. Für die Panoramastraße ist eine Mautgebühr von 8 € für einen PKW zu entrichten, die sich aber durchaus lohnen.

Blick vom höchsten Punkt der Roßfeldstraße auf die Berge

Blick vom höchsten Punkt der Roßfeldstraße auf die Berge

Die Fahrt über die Straße hat uns sehr viel Spaß gemacht, zahlreiche Aussichtspunkte laden zum Verweilen ein. Nach dem Verlassen der Mautstraße fahren wir über die Landstraße direkt nach Kaprun zum Hotel.

Wir werden sehr freundlich empfangen, laden unsere Koffer ab, fragen an der Rezeption nach einem schönen Lokal und lassen uns auch gleich einen Tisch im Freien reservieren.

Dass mit der Reservation war ein goldener Entschluss, alle Tische im Außenbereich vom Dorfkrug sind belegt. Das Essen ist sehr gut, die Bedienung auch sehr zuvorkommend. Alles in allem ein sehr gelungener Abend. Jetzt aber rasch ins Bett, denn morgen wollen wir noch die Großglockner Hochalpenstraße fahren.

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